Warum beim Einsatz von KI der Mensch den Unterschied macht und nicht das Werkzeug
Unternehmen erleben immer wieder Phasen der Beschleunigung. Märkte verschieben sich, Technologien entwickeln sich schneller, als Strategiepapiere geschrieben werden können. Viele Unternehmen haben sich deshalb auf den Weg gemacht, mit empirischem Vorgehen der steigenden Komplexität gewachsen zu sein.
Innovation bedeutet unbekanntes Terrain
Wer innovative Produkte entwickelt, betritt unbekanntes Terrain. Das liegt in der Natur der Sache. Wäre der Weg bekannt, wäre das Ergebnis nicht neu. Und was nicht neu ist, ist nicht innovativ. Unbekanntes Terrain erzeugt Bedenken und Ängste. Diese sind berechtigt. Es geht viel schief auf dem Weg ins Unbekannte. Ich habe viele Unternehmen bei ihren Wegen in neue Terrains begleitet.
Empirie: Versuch und Irrtum mit System
Empirisches Vorgehen ist Versuch und Irrtum. Wir probieren etwas aus, schauen genau hin und passen unser Vorgehen an. Inspektion und Adaption. Dafür brauchen wir Feedback, so schnell wie möglich und so gut wie möglich. Dann gehen wir in die nächste Runde. Es erfordert die Bereitschaft zu Versagen und dies erfordert einen hohen persönlichen Reifegrad aller Beteiligten. Schuldzuweisungen sind fehl am Platz. Lernbereitschaft ist gefragt.
Tools sind Hilfsmittel, nicht die Essenz
In diesem Prozess sind Tools nur Hilfsmittel. Trotzdem wird immer wieder versucht, sie einem Unternehmen überzustülpen, in der Hoffnung, dass damit Agilität, Innovation oder Effizienz einzieht. Das funktioniert nicht. Tools unterstützen einen Prozess, sie ersetzen ihn nicht. Die Essenz kommt von Menschen, nicht von Tools.
Das neueste Tool heißt KI
Das gilt auch für das neueste Werkzeug, die künstliche Intelligenz. Selbst ein KI-Agent, der eigenständig Aufgaben übernimmt, ist nicht die Essenz, sondern ein Hilfsmittel.
Ein Upgrade der eingesetzten Tools allein hilft deshalb nicht. Wo Innovation im Spiel ist, also das Unbekannte, braucht es auch einen Upskill der Menschen, die mit diesen Tools arbeiten.
Upskill bedeutet persönliches Wachstum
Ein Upskill für das Unbekannte ist mehr als eine Schulung. Es erfordert persönliches Wachstum der Beteiligten. Und persönliches Wachstum bedeutet, mehr zu dem zu werden, der du bereits bist.
Das schafft niemand allein. Dazu braucht es eine Gruppe, in der echter Austausch möglich ist und in der man echtes Feedback erhält.
Warum Feedback uns so schwerfällt
Feedback anzunehmen und daraus zu lernen, ist selbst ein Lernprozess. In unserer Kultur wird persönliches Feedback, auch wenn es entwicklungsorientiert gemeint ist, häufig als Kritik wahrgenommen. Die Folge: Statt zu wachsen, ziehen wir uns zusammen. Wir schützen uns, wir rechtfertigen uns, und irgendwann vermeiden wir Feedback ganz. Damit verschließen wir genau die Tür, durch die Entwicklung kommen könnte.
Transformation tut weh und braucht Begleitung
Transformation braucht dieses persönliche Wachstum in allen beteiligten Personen. Das kann sich sehr schmerzhaft anfühlen. Alte Gewissheiten tragen nicht mehr, Rollen verschieben sich, und es entstehen Konflikte.
Diese Konflikte sind kein Zeichen des Scheiterns. Oft zeigen sie, dass etwas in Bewegung gekommen ist. Aber sie brauchen Facilitation, damit die Gruppe nicht auseinanderfliegt.
Der entscheidende Unterschied
Veränderung braucht diesen persönlichen Wachstumsprozess nicht. Ein neuer Prozess, ein neues Tool, eine neue Struktur lassen sich einführen, ohne dass sich die Menschen selbst weiterentwickeln. Innovation lässt sich so jedoch nicht erzeugen.
Transformation dagegen bedeutet, sich ins Unbekannte zu bewegen. Und das gelingt nur, wenn die Menschen mitwachsen.
Der Einsatz von KI ist Transformation
Der Einsatz von KI ist innovativ, denn hier ist mehr unbekannt als bekannt. Deshalb reicht Veränderung nicht aus. KI erfordert Transformation.
Die entscheidende Frage lautet also nicht, welches KI-Tool wir einführen. Sie lautet: Sind wir bereit, als Menschen zu wachsen? Und schaffen wir die Räume, die Gruppen und die Begleitung, die dieses Wachstum möglich machen?